Ein Kommentar von Hartmut Wolters zum E-Paper "Antifeminismus auf dem Weg durch die Institutionen - Strategien und maskulistische Netzwerke"

Thomas Gesterkamp, von mir gerne liebevoll als "Gesternkamp" bezeichnet, hat sich schon immer gerne hervorgetan, männliche Gefühle, Bedürfnisse und Interessen als "antifeministisch" zu radikalisieren und mit "fischen in trüber Suppe" in die rechte Ecke zu stellen. Lange war es ruhig um ihn, denn eins konnte er mir nicht vorwerfen: Ich war immer zum Dialog bereit, habe die Arbeit der Väterbewegung im Kölner Männer-Väter-Forum, in der Landesarbeitsgemeinschaft Väterarbeit und im Bundesforum Männer als aktives Mitglied vertreten und für die Anerkennung der unabhängigen Väterarbeit geworben. Dass Gesternkamp das zum Eklat bringen würde, war nicht anders zu erwarten. Denn sein Vorwurf, die Menschen der Männerrechtsbewegung seien nicht zum Dialog bereit, habe ich mit Lügen gestraft und damit sein auf sandigem Grund gebautes Gerüst zur Abwehr dessen, was er für undemokratisch hält, mächtig ins Wanken gebracht.

So kam es auch, dass die von Gesternkamp erzeugten Flutwellen sein eigenes Gerüst zum Einsturz brachten und er aus dem Kölner Männer-Väter-Forum austrat, um mein Gesicht, das ihn bis heute anwidert, nicht mehr sehen zu müssen. Aber hallo, Thomas, ich bin noch da.

Aus privaten Gründen hatte ich bereits im Jahr 2017 erklärt, dass ich mich aus der aktiven Arbeit und damit aus operativen Tätigkeiten zum 1.1.2021 zurück ziehen werde. So geschah es. Thomas hatte aber leider einen Maulkorb verpasst bekommen. Im Gegenzug wurde ich zum Bauernopfer gehörnt.

Mit der Rolle des Bauernopfers komme ich sehr gut zurecht, da ich keine Machtbedürfnisse habe. Ich stehe für die authentische Vertretung der subjektiven Interessen von Jungen, Vätern und Männern. Dabei wende ich keine Messungen an, ob diese möglicherweise von antifeministischen oder rechtsradikalen Kreisen bereits besetzt sind. Die Väter- und Männerrechtsszene in Deutschland fischt auch keineswegs in trüben Gewässern. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Radikale Elemente in unserer Gesellschaft instrumentalisieren bürgerliche Themen und machen sie sich zueigen, um von dort Klientel abzuschöpfen. Das passiert sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite.

Thomas kommt natürlich mit seinem Maulkorb nicht zurecht. Sein Leben muss eine Qual gewesen sein. Ich habe nichts anderes erwartet, als eine erneute Schmähschrift, pünktlich im Jahr 2021. Und natürlich gibt es keinen besseren Zeitpunkt, als diese Schmähschrift im Rahmen der politischen Auseinandersetzungen zur anstehenden Ampel- oder Jamaikakoalition heraus zu bringen.

Lieber Thomas, lass mich ein paar persönliche Worte an Dich richten. Du fühlst Dich sicher, weil Du meinst, Du könntest Dich hinter Barbara Unmüßig, Dorothee Beck, Andreas Kemper, Barbara Stiegler, Henning von Bargen, die Heinrich-Böll-Stiftung und das Gunda-Werner-Institut verstecken. Du meinst, Du könntest mit uns ein Mimikry-Spiel treiben.

Ich warne Dich. Du bist schuld, Barbara Unmüßig, Dorothee Beck, Andreas Kemper, Barbara Stiegler, Henning von Bargen, die Heinrich-Böll-Stiftung und das Gunda-Werner-Institut machen sich mitschuldig, dass Jungen, Väter und Männer, die von euch immer wieder in die rechte Ecke gestellt werden, auch dort stehen bleiben. Du bist das Paradebeispiel für den alten, weißen Mann, für toxische Männlichkeit, die nichts neben sich und der eigenen Meinung duldet und jeden Dialog ausschlägt.

Ich danke Dir. Für die Erkenntnis, dass Du nun doch über Maskulismus schreibst und nicht über Maskulinismus. Die Definition von Maskulinismus in eurem Glossar ist dermaßen an den Haaren herbei gezogen, dass ich Dir für diese Preisgebung der Lächerlichkeit danken möchte. Und ich danke Dir für dieses Pamphlet der Lobhuldigung des im Jahr 2009 gegründeten Düsseldorfer Kreises. Alle in diesem Pamphlet mit dem Titel "Gehsteigbelästigung" benannten Personen sind aus meiner Netzwerkarbeit im Rahmen des Düsseldorfer Kreises erwachsen.

Ich lade Dich ein. Ich lade Barbara Unmüßig, Dorothee Beck, Andreas Kemper, Barbara Stiegler, Henning von Bargen, die Heinrich-Böll-Stiftung und das Gunda-Werner-Institut ein. Ich habe mich aus der aktiven Arbeit und damit aus operativen Tätigkeiten zurück gezogen. Ich bin aber weiterhin im Dialog. Wann werde ich von euch eingeladen?