Erstellt am 04.02.2019

Ein Nachruf von Silvia Canel

Dr. Roland Rehmet, geboren am 30. August 1966 in Sydney, Australien. Väteraktivist, Blauer Weihnachtsmann und Mitglied der FDP.

Innerhalb der Partei war er Vorkämpfer für ein modernes Kindschaftsrecht, das Vätern gleiche Rechte und gleiche Pflichten wie Müttern zubilligt und Kindesentzug regelhaft unter Strafe stellt.

Traurige Berühmtheit erlangte er durch seinen Freitod.

Dabei begann für Roland das Leben aussichtsreich. Als promovierter Chemiker war er Mitbegründer der polyMaterials AG, einem erfolgreichen Unternehmen für die Entwicklung und Produktion von Spezialpolymeren. Innovationspreisgewinner. Die Bekanntschaft mit einer Frau, die mit großer Liebe begann, endete jedoch mit einer Trennung und einem gemeinsamen Kind. Roland wollte seine Tochter sehen, betreuen und Zeit mit ihr verbringen, ein liebevoller Vater sein. Doch daraus wurde nichts.

Er gab seinen Beruf auf, um seiner Tochter nach Hamburg zu folgen, wollte ein Umgangsrecht, musste sich gegen ungeheuerliche Vorwürfe und Klagen vor Gericht wehren, auf Gutachten folgten Gegengutachten, unzählige Termine beim Jugendamt, immer neue Klagen vor dem Amtsgericht, vor dem Oberlandesgericht, vor dem Bundesverfassungsgericht und vor dem Europäischen Gerichtshof.

Zuletzt gab es für Roland keine berufliche und keine private Perspektive mehr, er war nur noch mit den Gerichten beschäftigt. Er beantragte H4, lief Gelegenheitsjobs hinterher, wurde depressiv - sein Kampf gegen die Windmühlen der Gerichtsbarkeit hat seine ganze Kraft gekostet bis er am Abend, dem 28. Januar aufgab, einige Sachen packte, seinen letzten Willen aufschrieb und in den frühen Morgenstunden des 29. Januars 2014 freiwillig aus dem Leben schied.

Sein Kampf war nicht umsonst. Innerparteilich wurden in der FDP zahlreiche Beschlüsse gefasst, die Rolands Handschrift tragen. Wir sind gespannt, ob die FDP jetzt im Bundestag diese Beschlüsse vorantragen wird. Helft mit. Engagiert euch und zeigt weiterhin, dass jedes Kind Mutter UND Vater braucht.

 

 

Zur Person

Canel ist frühere Landesvorsitzende der FDP Hamburg, Mitglied des Deutschen Bundestages in der 17. Legislaturperiode, und eine frühe Unterstützerin des gesellschaftlichen Themas, das uns alle bewegt. Es gibt zahlreiche Einzelaktionen von ihr, die erwähnenswert wären, hierz gehört eine außerprotokollarische Einladung von einigen Väterrechtlern bei der Anhörung im Bundestag zur Reform der elterlichen Sorge im Jahre 2012. Eingeladen war unter anderem Rainer Schnittka, damals Vorsitzender VAfK Berlin). Ebenso wie Roland Rehmet unterstütze sie die Blauen Weihnachtsmänner. Ohne ihre Mitwirkung in der Partei wäre der FDP Beschluss von 2017 nicht denkbar gewesen.

Canel hat auch die erste ICSP-Konferenz im Jahre 2014 besucht, bleiben wird in jedem Fall ihre persönliche Erklärung nach § 31 der GO des Bundestages, in der sie bereits bei der letzten Reform anmahnt, dass die elterliche Sorge ab Geburt/Vaterschaftsanerkennung kommen muss, und der umgesetzte Gesetzentwurf der Schwarz-Gelben NRW Regierung somit hinter dem zurück bleibt, was notwendig ist.

Canel war eine enge Freundin von Roland Rehmet und bleibt über den Tod hinaus mit ihm verbunden.

 

 

Hartmut Wolters ist ein „Urgestein“ der Väterbewegung in Deutschland und an vielen Fronten aktiv, u.a. auch in der Interessengemeinschaft Jungen, Männer und Väter. Er ist ein streitbarer Mensch, aber stets an der Front und organisiert seit langen Jahren rechtliche Weiterbildung für Menschen in Familiengerichtsverfahren, Demos, Selbsthilfe und individuelles Coaching im Raum Köln. Er hatte auch als erster und letztlich verbandsseitig auch einziger den Mut, seine Partei bei der BTW 2017 in einem offenen Aufruf zu unterstützen, nachdem es einen klaren Wechselmodell-Beschluss gegeben hatte.