Die Süddeutsche berichtet über die Ergebnisse der Shellstudie und widerlegt die Platitüde von Sozialarbeitern, es sei normal, dass Kinder mit zunehmendem Alter das Interesse an ihren Eltern verlieren. 92% der befragten Heranwachsenden kommen mit ihren Eltern klar oder kommen bestens mit ihnen aus. Damit verbleibt für die Sozialarbeiterideologie ein kümmerlicher Rest von 8%, so dass die These widerlegt ist. Der Grund liegt darin, dass Sozialarbeiter NICHT in der Lage sind, funktionale Familiensysteme zu beraten, zu unterstützen oder zumindest zu verstehen. Sie sind für dysfunktionale Familiensysteme ausgebildet. 

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Das sind die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie 2019, für die 12- bis 25-Jährige in Deutschland befragt wurden. Sie sorgen sich um die Umwelt, zeigen ein traditionelles Rollenverständnis und empfinden erstaunliche Ambivalenz beim Umgang mit Internet und Smartphone

DIE ÄNGSTE des Nachwuchs haben sich deutlich verschoben. Während bei vorherigen Umfragen Armut oder Terror die größten Sorgenmacher waren, steht nun für 71 Prozent die Umweltverschmutzung vorne. 65 Prozent haben Angst vor dem Klimawandel. Die Angst vor Terroranschlägen ist mit 66 Prozent allerdings noch präsent. Die Polarisierung der Gesellschaft scheint sich auch auszuwirken – 56 Prozent haben Angst vor einer wachsenden Feindseligkeit zwischen Menschen mit unterschiedlicher Meinung.

OPTIMISMUS bleibt trotz der Ängste der Grundsound der Jugend. 58 Prozent der Jugendlichen blickt aktuell in die Zukunft. Dies sind etwas weniger als die 61 Prozent des Jahres 2015, im langfristigen Vergleich aber ein hohes Niveau. Bei Jugendlichen der sozial schwächsten Schicht ist der Optimismus gegen den Trend gestiegen, nach nur 32 Prozent in den Jahren 2010 und 2015 blicken jetzt 45 Prozent zuversichtlich in die Zukunft.

POLITISCH INTERESSIERT sehen sich 41 Prozent der Jugendlichen, dies sind trotz der sehr präsenten Fridays-for-Future-Bewegung etwas weniger als die 43 Prozent des Jahres 2015. Langfristig ist dies dennoch ein hoher Anteil. POPULISMUS mit seinen Argumentationsmustern findet unter Jugendlichen Verbreitung. 68 Prozent stimmen der Aussage zu, „In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden.“ Auch Sätze wie „Der Staat kümmert sich mehr um Flüchtlinge als um hilfsbedürftige Deutsche“ wird von über der Hälfte mitgetragen.

BEWUSSTE LEBENSFÜHRUNG ist einer der neuen Trends, er wird vor allem von jungen Frauen geprägt. Während 2002 noch 60 Prozent der Jugendlichen Umweltbewusstsein als wichtigen Wert benannten, sind es nun 71 Prozent. Für vier von fünf Jugendlichen ist Gesundheitsbewusstsein wichtig und damit gleich viel wie der Wunsch nach Unabhängigkeit.

ELTERN UND FAMILIE genießen einen hohen Stellenwert. 42 Prozent der Heranwachsenden kommen bestens mit den Eltern aus, 50 Prozent kommt mit ihnen klar. Nur 23 Prozent der Heranwachsenden würden eigene Kinder anders erziehen, 2002 waren dies noch 29 Prozent.

EIGENE FAMILIENVORSTELLUNGEN zeigen eine traditionelle Rollenaufteilung: In einer Partnerschaft mit einem kleinen Kind wollen 65 Prozent der Frauen gerne maximal halbtags arbeiten – 68 Prozent der Männer wünschen das von ihrer Partnerin. Die Frau sollte demnach also kürzer treten.

INTERNET und SMARTPHONE haben für die Jugend eine überragende Bedeutung – laut Selbsteinschätzung sind sie 3,7 Stunden pro Tag online. Mit 96 Prozent sind dabei soziale Netzwerke und Messenger am meisten verbreitet. Eine Mehrheit zeigt allerdings Bedenken und Verunsicherung. 61 Prozent fürchten, keine Kontrolle über ihre Daten zu haben, 58 Prozent sorgen sich wegen Hasskommentaren. Eine Horrorvorstellung ist der Verlust des Smartphones – 38 Prozent geben an, sie würden dann plötzlich ihr halbes Leben verlieren.

DER GLAUBE spielt eine immer kleinere Rolle für die Heranwachsenden. Nur für 39 Prozent der katholischen und 24 Prozent der evangelischen Jugendlichen ist der Glaube wichtig, damit verlor er über die Jahre zunehmend an Bedeutung. Bei muslimischen Jugendlichen ist hingegen für 73 Prozent der Glaube wichtig.